Law-Of-Frames | Grafik

Autor: ShapeBreak


 

Heute möchte ich mich mal über Grafik unterhalten. Bei meinen Berichten mache ich aus der Grafik nie eine Besonderheit, weil für mich Grafik nur in zwei Aspekten interessant wird. Einmal, ob die Grafik zur Fiktion des Spiels passt und ob diese ihre Aufgabe erfüllt.

Normalerweise würde ich mir für einen Open World Shooter eine normale photorealistische Grafik vorstellen. Borderlands jedoch bedient sich einem Comic Look und der bringt es richtig. Dann noch die eher lässige und witzige Art des Spiels und schon kann man sagen, dass es eine gute Entscheidung war in Richtung Comic zu gehen, weil dieser Stil das Spiel in seiner Fiktion untermauert.

Gute Arbeit geleistet also. Dann zählt für mich nur noch, ob die Grafik ihren Job macht. Also ob dem Spieler alles vermittelt wird, was er wissen muss.

Rainbow Six: Siege ist ein gutes Beispiel dafür. Mir wird nicht richtig vermittelt wo ein Gegner ist. Wenn ich einen Raum betrete und der Gegner hat an der linken Wand zu mir unten ein kleines Loch hinein geschlagen und zielt dadurch auf mich habe ich null Chancen das zu erkennen. Selbst, wenn die äußerst kleine Wahrscheinlichkeit eintritt, dass ich da hinsehe, wird der Gegner, welcher durch das Loch hindurchsieht nicht markiert und da die meisten eher dunkel oder sogar ein Tarnmuster tragen, kann ich es komplett vergessen den Gegner erkennen zu können und darauf zu reagieren, weil ich gar nicht Bescheid weiß, was passiert.

Natürlich weiß ich, dass die Möglichkeit besteht, dass jemand ein Loch in die Wand schlägt und natürlich achte ich darauf und werde wahrscheinlich das Loch bemerken und prüfen, ob dort jemand ist. Aber der Gegner hat schon eine stark begünstigte Lage in der Situation. Hier muss man ebenfalls hinzufügen, dass Rainbow Six: Siege so realistisch, wie möglich wirken will und deshalb absichtlich auf von mir genannte Markierungen des Gegners verzichtet. In diesem Fall erfüllt die Grafik selbstverständlich ihre Aufgabe, da es eben keine deutliche Markierung des Gegners geben soll. Man kann ja beispielsweise erst einmal mit Drohnen die Räumlichkeiten überprüfen.

Aber das ist ein anderes Thema. Was ich hier deutlich machen möchte, ist dass viele Spiele neuerdings dazu tendieren so viele Grafikdetails und Lichter, Reflektionen etc. einzufügen, so dass man leicht etwas übersieht und das ist in Spielen, wie Halo 5 einfach Kontraproduktiv. Wenn man nun vorige Halo Ableger damit vergleicht, kann man erkennen, dass diese doch sehr übersichtlich gestaltet wurden und man diese Probleme nicht hatte.

Star Wars: Battlefront 2 hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Die Beta war unter anderem genau deswegen schrecklich. Ich verstehe ja, dass das Trend wird und dass es Spiele wie eben „Rainbow Six: Siege“ gibt, die genau deswegen punkten, weil es dazu gehört, dass die Gegner mit der Umgebung verschmelzen. Aber in Rainbow Six: Siege ist die Aktionsfrequenz eine wesentlich geringere, als in einem Battlefield…ich meine Battlefront!

Es passiert einfach viel weniger, weil unter anderem auch viel weniger Spieler am Spielgeschehen teilnehmen oder weil es keine besonders abstrakten Fähigkeiten gibt.

Nun hat man Star Wars Battlefield, wo es 16 vs 16 Spieler gibt, man also eine sehr hohe Aktionsfrequenz vorfindet, allein wegen der Spielerzahl. Und dazu kommt dann auch noch ein Missionsziel, wie den Transporter mit einer bestimmten Waffe, welche an einem stationären Ort aufgesammelt werden muss und…ach, was weiß ich noch alles. Dazu kommen am Ende auch Jedi’s und so ein Quatsch. Das Map Design noch mit eingeschlossen und man hat ein sehr giftiges Rezept für das allgemeine Game Balancing. Wir reden hier nicht einmal über das Balancing zwischen den Charakteren und Klassen.

 

 

Wisst ihr, was ich mir am meisten von Spielen wünsche? Dass mich die Spielwelt beeindruckt. So etwas wie Jak and Daxter ist einfach fantastisch. Ich brauche keine ultra hoch aufgelösten Texturen, mega Licht Effekte und Shading, Blur-Effekte und ach…was weiß ich, was es noch alles gibt. Ich habe eine Welt, die sehr interessant gestaltet ist, welche mich einlädt diese zu erkunden und welche für mich übersichtlich bleibt, aber trotzdem in der Lage ist Geheimnisse zu haben, welche ich lüften kann.

Wir alle wissen, dass beispielsweise Nintendo immer Spiele machen konnte, die grafisch niemals mit anderen Spielen mithalten konnte, welche sich aber mindestens doppelt so gut spielen haben lassen. Ein Super Mario ist besser als jedes Bulletstorm, hat nur halb so viele Grafikfacetten, braucht nur ein drittel der Leistung aber sieht trotzdem doppelt so gut aus.

Overwatch braucht auch lediglich gefühlt die Hälfte an Leistung, wie Battlefield 1, aber trotzdem sieht das Spiel besser aus. Und ist wesentlich übersichtlicher. Macht seine Aufgabe.

 

Wenn ich also mal sage, dass ich die Grafik eines Spiels hübsch, aber schlecht finde, bedeutet es, dass es hübsch gestaltet wurde, aber kontraproduktiv gegenüber dem Gameplay ist.

Was ich immer wieder witzig finde, sind diese Meme‘s wo jemand mittels verschiedener Bilder, welche nicht von Spielen stammen, die Grafik von zwei oder mehreren Plattformen vergleichen möchte.


Auf Konsole habe ich das Spiel, so wie der Entwickler es mir präsentieren will. Der Stil passt zur Fiktion des Spieles und schafft so die visuelle Grundstruktur für die Präsentation des Spiels. Auf PC habe ich eventuell 50 Mod’s installiert und das Aussehen des Spiels nicht einmal mehr ansatzweise etwas mit Spongebob zu tun, seriously. Eventuell werden sogar zusätzliche Lichteffekte und Reflektionen eingefügt, wichtige Teile der Anzeige evtl. entfernt und so entgehen mir wichtige Ereignisse im Spielgeschehen auf Kosten darauf, dass das Spiel „besser“ aussehen will. Es ist mir schon durchaus bewusst, dass der PC die Leistung für genannte 50 Mod’s erbringen kann. Aber entgehen mir dadurch dann Dinge, die das Spiel mir vermitteln muss?

Aber ich will auch nicht Mod’s schlecht reden. Es ist mir schon klar, dass Mod’s meistens versuchen mehr Grafikleistung heraus zu kitzeln, ohne dass das auf Kosten des Gameplays geht.
Schön, dass wir mal darüber reden konnten. ^^

 

Bye, bye! 🙂

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