Fallout 4 | Mein Eindruck

Autor: ShapeBreak


In diesem Beitrag sind Spoiler enthalten.

Na, dann wollen wir mal. Mein erster Eindruck eines Single Players Spiels. Fallout 4 macht alles richtig. So. Beitrag fertig.

 

 

Nein…natürlich ist der natürlich nicht schon zu Ende. 😀
Ich weiß nur nicht so recht, wie ich anfangen soll. Naja, es ist ja mein Eindruck, also sollte ich vielleicht genau diesen nieder schreiben. Ich habe mir Fallout 4 am Tag der Veröffentlichung sofort gekauft und gespielt, also keine DLC’s oder ähnliches, das Original Fallout 4. Es gibt keinen Multiplayer, nur den SIngleplayer. Dieser startet mit einer kleinen Filmsequenz.

Sobald die Filmsequenz vorbei ist, startet dann das Spiel mit der Charaktererstellung. Nach einer kleiner Darstellung der Vorkriegs Lebensumstände kommt ein Vault-Tec Vertreter, bei welchem wir Werte verteilen können und einen Namen für unseren Spielstand und Charakter eintragen können. Unmittelbar danach kommt die obligatorische Sequenz, welche uns in den Vault bringt und aus welchem wir dann im Tutorial Stil herauskämpfen müssen, nachdem wir dort erst eingefroren wurden, beobachten durften, wie unser Ehepartner erschossen und unser Kind entführt wurde.

 

Einmal aus dem Vault entkommen, kehren wir zurück zu unserer Heimatstadt, wo unser Hausroboter mit uns das Tutorial zu ende führt. Was mich hier ein wenig gestört hat, ist, dass der Roboter uns damit nervt, wir sollen mit ihm die beschissenen Insekten töten, die in der Gegend herumschwirren. Meistens habe ich Codsworth einfach ignoriert, nachdem ich aus dem Vault entkommen bin. Danach geht es weiter nach Concord, wo wir auf dem Weg an der Red Rocket Station vorbeikommen und unseren vierbeinigen Freund begegnen.

 

Was mir hier ein wenig fehlt, ist eine Alternative. Ich verstehe, dass Sanctuary so etwas ist, wie eine Insel und nur eine Straße davon herunter führt, aber wieso denn? Man kann es doch zu einem kleinem netten Örtchen machen, durch das man früher angenehm durchgefahren ist, um nach….zu kommen. Denn in Concord trifft man auf die obligatorischen Minute Men, was sich noch mehr nach Tutorial anfühlt. Zwar ist man das Gefühl des Tutorials endlich los, nachdem man Concord abgeschlossen hat, aber bei den ganzen Parteien, die es in Fallout gibt, finde ich es etwas schade, dass ich Zwanghaft auf die Minute Men als erstes treffe. Außer, nun ja, ich umgehe komplett jeden Stupser, den mir das Spiel in diese Richtung gibt. Aber dann fühlt man sich etwas hilflos und weiß nicht so recht, wo man denn jetzt anfangen soll. Was ja auch eigentlich richtig ist, aber ich hätte gerne zu der einzigen Möglichkeit, auf die mich das Spiel trimmt eine alternative. Die Möglichkeit der stählernden Bruderschaft beizutreten haben wir erst in Cambridge, welches quasi in der Mitte der Karte liegt. Für die Railroad müssen wir erst die Questreihe des Instituts anfangen und ein Stück weit fertig haben. Wir haben also am Anfang neben den Minute Men keine richtige Alternative. Ich hätte mir gewünscht, dass die Minute Man einen Konkreten Gegner haben. Nicht unbedingt eine „böse“ Fraktion, eher eine, welche die Ansicht der Minute Men nicht vertritt und auf eine andere Art und Weise operiert. Also würde ich gerne, wenn ich Sanctuary in Richtung Concord verlasse, dass ich auf die Minute Men treffe, und wenn ich sie Richtung „hiernamederalternativenstadt“ verlasse, dann halt auf die andere Fraktion. Naja, egal.

 

 

 

Allgemein fühlt sich das Spiel jedoch super an. Charaktere auf die man trifft und Quests, die man erledigt sind interessant und spannend zu erledigen. Manchmal steht man vor echten Rätseln und Gefechte präsentieren sich ebenfalls gut und machen Spaß. Gespräche können witzig werden, die Auswahl, was man in Gesprächen sagen kann und zu beobachten, was dabei raus kommt hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Technisch ist das Spiel meiner Meinung nach super. Die Community hat sich ein wenig darüber aufgeregt, dass die Grafik besser hätte sein können, aber meiner Meinung nach ist die Grafik super, sie tut ihren Job und das ist alles, was ich von Grafik verlange. Ihr werdet merken, dass ich gar nicht viel auf Grafik bedacht bin. Solange ich alles erkennen kann und weiß, was dargestellt wird, ist für mich alles cool. Ansonsten funktioniert alles, auch wenn die neuen DLC’s manchmal bei mir für Fehler sorgen und das Spiel abschmieren lassen. Oder es spackt einfach nur rum. Bei dem Nuka World DLC ist es beispielsweise so, dass ich, wenn ich im Commonwealth eine Nuka world Waffe ziehe, diese erstmal geladen werden muss und das Spiel dann kurz stockt. Es können sich von Zeit zu Zeit kleine Bugs einschleichen, hierbei handelt es sich allerdings eher um Funomalien, als um Bugs, die das Gameplay stören oder allgemein verärgernd sein könnten.


Funomalie

Ein humorvoller Begriff, welcher die Begriffe „Fun“ und „Anomalie“ verbindet. Es umschreibt witzige Vorkommnisse in Spielen, welche eine solche Seltenheit besitzen, dass sie als Anomalie gehandelt werden. Es ist beispielsweise ein Gegner, welcher sich im Kampf zurückzieht und auf einmal in der Wand verschwindet.


Das Kampfsystem ist sssehr gut! Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden ich damit verbracht habe meine Waffen zu modifizieren und auszuprobieren. Kampfstile auszuprobieren nach dem Motto „heute bin ich ein toller Sniper, morgen benutze ich meine Maschinenpistole und am Freitag klopp‘ einfach alles klein mit meinem Schlagholz!“. Ich muss wirklich sagen, das Kampfsystem ist einfach fantastisch. Es gibt einfach unendlich viele Art und Weisen, wie ich meinen Gegnern begegnen kann, ich kann selbst meine Powerrüstung dafür verwenden, um sie umzustoßen.

 

Die Schadensdynamik stört mich jedoch. Nicht stark. Aber genug, dass mir jedes mal, wenn ich Fallout spiele, etwas fehlt.
Bethesda’s Definition von Schwierigkeitsgraden scheint wohl zu sein „Schwerer zu töten“. Dabei sollte das eigentlich „Leichter zu sterben“ sein. Wenn ihr den Schwierigkeitsgrad erhöht, wird es lächerlich. Die Gegner werden zu Bullet-Schwämmen, auf die Ihr stundenlang schießt und nichts passiert. Der Schwierigkeitsgrad „Sehr leicht“ und „leicht“ funktioniert in Fallout 4 super. Es fühlt sich so an, wie es sein sollte. Sobald ihr etwas höher geht, fühlt sich die Schadensdynamik falsch an.

Meiner Meinung nach sollten die Bots intelligenter werden, sich Deckung suchen und allgemein bedachter vorgehen. Und wie gesagt: Ich möchte bei den höheren Schwierigkeitsgraden wirklich das Gefühl haben, dass jeder falscher Schritt meinen Tod bedeuten könnte. Dass ich mich Stück für Stück in einem Level vorarbeite, wirklich auf alle Sachen achte, Gegner belausche und nach Stolperfallen suche, weil mich jeder Fehlschritt umbringen kann. Denn das wäre das ultimative Fallout Feeling für mich. Survival to the Maximum.

Und das soll auch der Gegner fühlen. Natürlich sollte der Gegner nicht nach 2 Schüssen umfallen, da kann man den schon ein wenig robust gestalten, trotzdem soll er nach wenigen Schüssen dann endlich umfallen.
Aber stellt euch mal vor, wie geil es wäre einfach irgendwie 10 bis 20 Minuten an einer Stelle zu sitzen und sich ein epischen Schusswechsel mit einer gegnerischen Partei zu genießen. Einfach beispielsweise in einem Schulgelände Zimmer für Zimmer hart erkämpfen, sich immer wieder einer anderen Situation anpassen zu müssen. Ich komme aus dem schwärmen nicht mehr raus.

Harte Stadtkämpfe, wo man sich an einer Bushaltestelle Deckung suchen muss, dann seinen Begleiter auf die andere Straßenseite befiehlt und dann räumt ihr die ganze Straße auf. Erst von der Bushaltestelle aus Gegner eliminieren, dann zum Autowrack sprinten und dort Deckung vor dem Geschütz suchen, dieses mit einer Granate ausschalten und dann endlich wieder ein wenig ausatmen, den Kopf raus strecken und ein paar Gegner eliminieren. Nach 2 Sekunden wieder runter mit dem Kopf, weil jeder Schuss dich töten könnte. Und wenn du getroffen wirst? Dann lass doch mein Bein gebrochen sein! Ich will richtig dafür bestraft werden, dass ich nicht auf mein Positioning geachtet habe! Wenn ich eine Kugel in mein Bein bekomme, soll das gebrochen sein. Das zwingt mich noch mehr mit meinen Stimpaks zu haushalten. Ich meine, wir haben doch ein Knochenbruch System im Spiel!? Wieso wird das kaum genutzt!? Ich weiß, man kann sich beim Kampf die Knochen brechen, aber momentan passiert das erst, wenn du 3 Stunden lang auf dich einkloppen lässt. Mir persönlich passiert es nur, wenn ich irgendwo herunter springe.

 

Dieses Kampfsystem würde auch in einer Situation sehr nützlich sein, wo ich eine Reihe von Gegnern habe. Selbst, wenn ich einen Gegner nur verwunde und nicht töte, sollte es ihm den Arm brechen, wenn ich mit einer Kugel seinen Arm treffe, damit er dann nicht mehr so präzise schießen kann und uns selbst das bloße Verwunden einen mächtigen Vorteil in einer solch‘ gefährlichen Situation bringen kann.

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Wenn dieses Schadenssystem in Fallout real wäre, würde das Kampfsystem einfach – ich sage es! – revolutionär sein!! Der neu hinzugefügte Survival Modus kommt dem, was ich mir unter Fallout 4 wirklich vorstelle ein wenig näher, aber da fehlt noch ein ganz gutes Stück bis zur Perfektion.

 


 

Genug davon. Kommen wir zu den Siedlungen. Bis auf diese komischen Begrenzungen wie viel du denn bauen kannst, finde ich das ganze fantastisch. Du kannst so präzise bauen und so viel vor allem. Also bis ich da erzählt habe, was man damit alles bauen kann, ist es wahrscheinlich für euch schneller mal eben auf YouTube zu gehen und euch Videos darüber anzusehen. Ansonsten hier ein paar meiner bescheidenen Bauwerke:

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Dieser Werkstattsmodus ist pures Gold. Ihr versinkt Stundenlang darin eure Siedlung zu perfektionieren und für eure Siedlung alles zu besorgen, was Sie braucht. Ob nun mit oder ohne Mods.

Hier kann ich einfach nichts weiter beschreiben, dieser Teil des Spiels macht einfach nur Spaß und ist allein deshalb eine klare Kaufempfehlung für das Spiel. Außerdem kann man die Begrenzungen erweitern, indem man glitcht oder einen Mod installiert.

Der einzige Negativpunkt, den ich finde, ist, dass sich die Siedlungen nach dem erobern nicht zurücksetzen. Man hat manchmal einfach Leichen rumliegen und kann diese entweder gar nicht oder nur mühselig aus der Siedlung entfernen. Manchmal buggen sie auch irgendwo fest und dann musst du mit dem Schönheitsfehler leben. Ob du willst oder nicht.


 

Nur noch die Welt, dann sind wir mit dem Grundspiel durch. Hier kann ich aber auch nur sagen, dass das 5/5 ein Meisterwerk ist. Es gibt unglaublich viel zu entdecken, alle Schauplätze sind einzigartig. Man hat nie das Gefühl man hätte eine Sache schon zu oft gesehen, weil sich einfach nichts wirklich 1:1 gleicht. Es ist wirklich super die Karte zu erforschen und sogar über kleine Schätze zu stolpern.

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Manchmal findet man einfach ganz zufällig Händler oder Charaktere, die sogar dann meistens auch noch eine Quest haben. Oder man gerät zufällig in eine Situation. Zwei völlig identische Menschen stehen sich gegenüber und bedrohen sich, einer von ihnen scheint ein Synth zu sein, wie handelst du? Eine Frau wird in ihrem Imbiss Laden gerade von zwei Räubern ausgeraubt, wem hilfst du? In der Welt passiert einfach unglaublich viel und es ist nie wirklich langweilig.

Es gibt ein paar Mods, die Wohnräume hinzufügen, weil einige meinen, dass es nicht genug zu erkunden gibt und sie wären enttäuscht, wie wenig Räume sie innerhalb einer Stadt denn actually erkunden können, aber das Gefühl habe ich gar nicht. Ich habe eher das Gefühl es würde viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn ich jedes Haus nach jedem Scheiss durchsuchen müsste. Es ist okay, so, wie es ist. Ebenfalls kann man Dinge erkunden, die gar nicht auf der Map markiert sind. Zum Beispiel gibt es in der Stadt eine Bank, welche nicht auf der Landkarte markiert ist. Wenn man diese betritt und es schafft den Tresor zu öffnen, gibt es dort viel zu plündern. Bargeldreservern, die man für viel Kronkorken verkaufen kann, zum Beispiel.


 

Zu den großen DLC’s werde ich in diesem Post nicht mehr kommen, diese werden als Folgebeiträge veröffentlicht. Zu den Workshops werde ich allerdings etwas sagen:

Ich finde die Workshops waren eine wirklich tolle Idee und fügen dem Grundspiel wirklich essenzielle Items, wie den Fusionsgenerator hinzu, welcher wirklich nötig war. Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich von allen gleich begeistert waren, aber das liegt auch sicherlich an den Spielstil, den ich habe und dieser ist nunmal nicht der, den jeder hat. Ich mag die Arenen sehr gut und interessiere mich kaum für diese Fabrik DLC, jedoch ist für jeden eine tolle Neuerung hinzugefügt worden und nicht bloß irgendein Schnickschnack. Die Sachen hätten ein wenig mehr ausgefeilt werden sollen, aber sie erledigen Ihren Job und das ist schon alles okay so, wie es ist. Außerdem reden wir hier von 5€ teuren Inhalten, da kann man echt nicht meckern.
Der einzige Workshop, welcher mich wirklich enttäuscht hat (Ja, selbst für 5€) war der Vault Workshop. Aber vielleicht täusche ich mich da auch, ich hab nach der ersten halben Stunde verärgert aufgehört da rumzubasteln und mich nicht weiter damit beschäftigt.


 

Mir fehlt noch ziemlich viel, bis zum perfekten Spiel. Zum Beispiel hätte ich mir ein Co-op Modus gewünscht. Die Vorraussetzungen sind doch da? Ich meine, ich werde mit meinem Ehepartner eingefroren, warum können wir es nicht beide raus schaffen? Wäre wahrscheinlich zu viel Arbeit gewesen umzusetzen, trotzdem wäre das episch. Wenn du und dein Partner einfach das Ödland durchstreift und einer macht das, einer das andere. Beispielsweise kann der eine die Hauptstory spielen und der andere Nebenquests erledigen.

Oder wenn man die Hauptstory spielt, also an Gesprächen zu zweit teilnimmt könnten doch noch witzigere Gespräche entstehen. Spieler 1 wählt eine Aussage und Spieler 2 wählt dann auch eine, dabei kommen bestimmt witzige Sachen raus. Hört sich aber wirklich nach sehr, sehr viel Arbeit an. Also eher ein Wunschtraum. 😀

Und wenn wir schon dabei sind, könnte man auch einen Multiplayer machen. ICH WEISS, ICH WEISS, komm von deinem hohen Ross runter aber stellt euch doch vor!!

Ein dedizierter Server, MEINETWEGEN von einem der Spieler gehostet und verwaltet. Es gibt gut 30+ Siedlungen und jeder Spieler bekommt die Führung über eine Siedlung und muss sich um diese kümmern. Siedlungen können sich zusammenschließen oder verfeinden. Jedenfalls kann man da auch noch ganz viel machen, beispielsweise die Präsenz von Raidern und anderen Gefahren des Commonwealth dem Spieler noch näher bringen, wenn man als einfacher Siedler seine Heimat verteidigen und ausbauen muss. Natürlich wäre der Online Modus ausschließlich im Survival Modus, Krankheiten und Munitionshaushalt sollte dort real sein, aber STELLT EUCH DAS VOR! Wie geil wäre DAS!?

Egal, ich sollte aufhören im Wunschdenken zu versinken. Tue ich teilweise zu oft.

 

 

Abschließend kann ich nur sagen, dass Fallout 4 einer der besten PlayStation 4-Titel ist, die ich gespielt habe und ja, besser als Witcher 3. Die Story ist fantastisch erzählt, dargestellt und umgesetzt. Das Gameplay bekommt ne 1+, die Dynamik eine solide 2 und Spiel-Elemente sind so viele enhalten…es ist einfach unglaublich.

Bewertung 9/10

 

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun.
Danke für’s lesen. 🙂

2 Gedanken zu „Fallout 4 | Mein Eindruck

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