Battlefield 1 (PS4) | Mein Eindruck

Autor: ShapeBreak


 

Diesen ersten Post habe ich jetzt eine Weile vorbereitet und ich werde ihm einen meiner besten Freunde widmen, welcher ernsthaft meint das Spiel wäre besser als Overwatch.

Ein direkter Vergleich zwischen den Spielen ist nur bedingt möglich. Was eigentlich schon einen direkten Vergleich unmöglich macht. Von der allgemeinen Inszenierung, der Umsetzung, Präsentation, inwiefern alles funktioniert und vielen anderen Faktoren / Gesichtspunkten kann man deutlich sagen, dass Battlefield 1 Probleme hat, die mich abschrecken.

Diese Probleme sind nicht aller negativer Natur. Was mich am meisten an dem Spiel stört ist die Sinnlosigkeit von spawnen, auf einen Kontrollpunkt zusprinten, nur um dort nach vielleicht ein paar Kills und Zielfortschritt zu sterben und die Wiederholung genau dieses Prozesses. Dabei ist dieses noch ziemlich schlicht umgesetzt. Ich habe (eine) Waffe(n) und ein/ zwei Ausrüstungsgegenstände. Diese sind begrenzt einsetzbar. Es gibt verschiedene Klassen, welche dann die für Ihren Zweck nützliches Equipment haben. Es gibt keine Fähigkeiten, Dynamiken oder ähnlich abstrakte Spielmechaniken, welche ich mir zu nutze machen kann. Nur meine Ausrüstung, Taktik, Strategie und Teamplay.

Übrigens, hier die fantastische Umsetzung von kleinen Grafikdetails.

Ich habe nie wirklich das Gefühl, dass das was ich tue irgendeine Auswirkung auf mich oder den Spielverlauf hat. Ich verspüre keine Befriedigung geschweige denn ein Erfolgsgefühl. Es besteht in Battlefield auch kein Wettbewerbsgefühl. Ob ich ein Match Gewinne oder verliere spielt keine Rolle für mich. Ich habe eine halbe Stunde lang einen x-beliebigen Soldaten gespielt, bin zu Punkt B gesprintet, um ihn einzunehmen, bin gestorben und habe es wieder probiert. Und was passiert, wenn ich Punkt B eingenommen habe? Tja. Dann sprinte ich zu Punkt C. Und was bringen mir die Punkte? Oben füllt sich eine Punkteleiste. Es gibt einen Fachterminus, welcher sich „Chekhovs Waffe“ nennt. Was das ist, ist einfach erklärt: Spiel-Elemente sollen einen Sinn haben. „Wenn ich im Spiel eine Waffe finde, dann lass mich irgendwann mal damit schießen“.

Für Battlefield würde ich das ein wenig abändern, nämlich „Chekhovs Aufgabe“. Battlefield würde sich viel besser spielen, wenn die Kontrollpunkte wenigstens eine Aufgabe erfüllen würden. Aber alles, was die Kontrollpunkte mitteilen, ist „nehmt mich ein, los!“ Aber warum sollte ich das tun? Nur um des Sieges willen? Der Besitz eines Kontrollpunkts bringt mir nichtmal besondere Vorteile. Manchmal vielleicht ein stationäre Waffe, aber das ist schon alles.

 

Übrigens, hier ein paar Spawn Situationen. Sowas ist in BF1 nicht gerade selten.

 

Nun mag sich einer hinstellen und sagen: „In Overwatch rennst du auch nur auf einen Punkt zu und versuchst ihn einzunehmen.“ Stimmt.

Stimme ich völlig zu, ob ich einen Kontrollpunkt einnehme oder eine Fracht anschiebe, viel Unterschied wird es dort nicht geben, wenn wir es so sehen. Doch in Overwatch habe ich ein anderes Spielerlebnis innerhalb der Kämpfe. Ich habe Helden, die allesamt ihre Geschichte, ihr Charisma und ihre einzigartige Spielweise haben, mit denen sie Fortschritt erzielen können und innerhalb eines Teams interagieren können. Wenn ich gegen jemanden kämpfe, haben wir beide Chancen, die wir ergreifen können und Fähigkeiten, die wir nutzen können. Ich habe nicht nur einen Charakter bzw. Helden, mit welchem ich mit identifizieren kann, ich habe nebenbei die Fähigkeit mich in Kämpfen zu beweisen, mein Talent zu zeigen und meinen Skill zu steigern. Das Kräftemessen und der Spielspaß in Overwatch liegt eher in den Kämpfen, als darin Zielfortschritt zu machen. Der Zielfortschritt ist das Resultat.

In Battlefield schießt mich jemand von hinten oder der Seite ab und nur in geschätzt 35% der Fälle (20%, wenn er hinter mir steht) kann ich mich überhaupt zu ihm wenden, geschweige denn etwas gegen meinen Tod unternehmen. (Oder ich konzentriere mich auf das Bodengefecht und ein Flugzeug wirft Bomben auf mich, wtf.) Dazu kommt noch die ganze allgemeine Schadensdynamik und Aktionsfrequenz, auf die ich eventuell noch später detailliert zurück komme. Ganz zu schweigen, dass es fast scheiß egal ist, welche verdammte Klasse du spielst.

Ich könnte jetzt noch zum größten Problem des Spiels kommen, dass effektiv keine Team Harmonie vom Spiel zugelassen wird und du mal Matches verlierst, einfach weil es für dich unmöglich war, als einzelner gegen die Leistung des kompletten gegnerischen Teams anzukämpfen. Beziehungsweise hat das gegnerische Team ein Squad, welches ihre Aufgaben sehr effektiv durchführt. Da du jedoch keine Möglichkeit hast, eine solche Situation zu erkennen, geschweige denn gegen dieses Squad etwas zu unternehmen, da du es nicht kennzeichnen oder wahrnehmen kannst, wird eine solche Möglichkeit das gegnerische Team zu Kontern zunichte gemacht.

Das waren jetzt viele harte Worte gegen die Grundprinzipien des Spiels. Es wird auch wahrscheinlich nur auf mich zutreffen, ich möchte hier hervorheben, dass es hierbei um einen persönlichen Eindruck geht und eher sekundär Kritik an das Spiel ist. Wer sich jedoch ähnlich fühlt, darf sich mir gerne anschließen.

TL;DR = Shooter waren für mich schon immer ein Wettbewerbsmedium. Battlefield schafft es nicht mich zu motivieren und ist für mich eher Sinnlos. Außerdem ist die Spieldynamik für ’n Arsch.

Das Hauptmenü / Der Ladebildschirm

Dann das Schreckliche Hauptmenü. Es ist ein Windows 8 mäßiges Design, das überhaupt nicht funktioniert. Die Optionen und die Anpassung meines Soldaten oder anderer Elemente ist nicht möglich, wenn ich ein Spiel suche. Wieso nicht? Overwatch kriegt das doch auch hin.

Ebenfalls erscheint mir alles ein wenig durcheinander und ich musste mich beim ersten mal ein wenig zurecht finden. Danach geht es aber einigermaßen, wenn man weiß wo alles ist.

Ich vermute, das liegt daran, dass Battlefield 1 einfach überladen ist. Wenn ich „L1“ drücke, habe ich die Möglichkeit sofort zu Battlefield Hardline oder Battlefield 4 zu wechseln, ohne das Spiel zu beenden. Daraus schlussfolgere ich, dass diese 3 Spiele allesamt dieselben sind. Natürlich, sie werden ja auch mit der selben Engine hergestellt. Das einzige, was sich bei den Spielen ändert, sind Waffen, Maps, Modelle und Animationen. Vielleicht auch die Konfiguration. Von Grund auf ist es aber exakt das selbe Spiel. Was bedeutet, dass BF1 auch Konfigurationen der anderen Spiele lädt. Was…das Spiel unnötig langsam macht. Zugegeben, ich kann schnell von Spiel zu Spiel wechseln. Was bringt mir das aber, wenn ich die anderen beiden nicht habe, das Sidemenu also völlig unnötig wird und ich auch lieber bevorzuge bei der Suche meinen Charakter zu bearbeiten oder Skins für meine Waffen zu ändern.

Der Ladebildschirm ist der Horror. Wenn ich ein Spiel suche, werde ich in 25% der Fälle in eine Warteschlange geschoben. Und wenn ich endlich an der Reihe bin? Tja, erst DANN lädt das Spiel die Map. Warum kann die Map nicht geladen werden, während ich in der Warteschlange bin!? Ich muss ewig warten, bis endlich ein Platz frei wird und dann muss ich noch warten, bis das Spiel geladen wird. Großartig. Anstatt ich in der Warteschlange eventuell einen Zuschauer Modus bekomme, nein. Stattdessen soll ich Battlepacks kaufen und mir den schönen Hintergrund ansehen.

Übrigens, solche Grafikglitches waren auch schon bei Star Wars: Battlefront (2015) zu sehen.



Weitere Kritikpunkte & Verbesserungsvorschläge

  • Ich kann keine Gruppe oder Team gründen. Ich muss in einer PlayStation Party mit den gewünschten Mitspielern sein. Davon sucht dann einer ein Spiel und die anderen treten diesem dann bei. Man wird nicht automatisch in ein Squad gepackt und manchmal komme ich nicht einmal in dasselbe Team.
  • Es gibt keinen Spawnschutz. Ich kann verstehen, dass das schwierig ist, weil man manchmal mitten in Kampfszenerien spawnt und dann wäre eine temporäre Unverwundbarkeit ein klarer Vorteil. Aber so eine Art muss ja nicht der Fall sein. Wenn man ein Stück weit hinter dem angewählten Teammitglied spawnen würde, in Sicherheit also, wäre das schonmal besser als einfach in eine unklare Situation geworfen zu werden.
  • Die einzelnden Kontrollpunkte sollten Vorteile bringen. Mehr als eine stationäre Waffe. Beispielsweise könnte man die ersten Kontrollpunkte, die man nach dem Spawn antrifft Fahrzeuglager sein. Natürlich nur auf gewissen Maps. Dort kann man spawnen und mit einem Fahrzeug ins Kampfgeschehen eingreifen. Wenn man als Gegner nun diesen Punkt einnimmt, verfügt das Team über keine Fahrzeuge mehr und muss sich darauf konzentrieren diesen zurück zu erobern. In der Wüste Sinai könnte man den weit entfernten Punkt „G“ zu einer erhöhten Festung oder allgemein einer erhöhten Position ausbauen und mit NPC Scharfschützen ausstatten, welche über die ganze Map einem Team Rückendeckung gibt und einem Team hilft, das ständige gesniper von C aus bzw. das hin und her zwischen F und A unter Kontrolle zu bringen. Dann wäre es auch von strategischer Wichtigkeit Punkt B einzunehmen, da die Gebirge dort vor Punkt G sehr guten Schutz bieten würde. Das sind nur ein paar Ideen.
  • Wiederaufbaumöglichkeiten für Deckungen.
  • Verbarrikadierungsmöglichkeiten von Ein-/Durchgängen.
  • Ausbaumöglichkeiten für Kontrollpunkte.

Ich könnte Stundenlang so weiter machen, aber das bringt es ja auch natürlich nicht.

 

Lobende Worte

So, genug gemeckert. Das Spiel ist ja schließlich nicht der komplette Absturz. Es überzeugt mich nur nicht, wegen ein paar Sachen.

  • Tolle Grafik. Auch, wenn das Spiel beispielsweise bei den Flares wirklich crappy ist, sieht das Spiel fantastisch aus. Animationen & Effekte sehen natürlich aus und Modelle & Maps sind interessant anzusehen/hübsch.
  • FOV Einstellungsoptionen. Immer wieder gern gesehen in Spielen. FOV auf 90-100, 110 und das Spiel sieht nochmal n Zacken geiler aus.
  • Soundtechnisch ist das Spiel wirklich ausgereift. Ich habe viele Konfigurationsmöglichkeiten, die mir dabei helfen den optimalen Sound zu bekommen, je nachdem über welches Ausgabegerät ich mir das Spiel anhöre.
  • Die Maps sind allesamt sinnvoll gestaltet, haben einen klaren Verlauf und sehen meiner Meinung nach „historisch korrekt“ aus. Ebenfalls sind die Schauplätze wirklich Shooter gerecht.

 

 

Fazit

Battlefield 1 sieht gut aus, keine Frage. Potenzial hat das Spiel auch jede Menge, die Dynamik funktioniert ja wenigstens halbwegs. Aber es fehlt das gewisse Etwas, das das Spiel zu etwas einzigartigem machen würde. Die Kämpfe sind nicht das besondere in diesem Spiel. Es ist nunmal eine Kriegssimulation und muss deshalb möglichst realistisch sein. Klar, dass die Kämpfe dann eher kurz ausfallen. Aber wenn die Kämpfe zwischen den Spielern so wenig gewichtend sind, muss sich der Entwickler mehr auf den Zielfortschritt konzentrieren, den die Spieler verfolgen und dort ein einzigartiges Spielprinzip raushauen. Stattet die Kontrollpunkte mit etwas besonderem aus. Etwas, das die Spieler mit dem Kontrollpunkt verbinden und innerhalb der Schlachten Prioritäten setzen lässt. Dann haben die Kämpfe um Kontrollpunkte und deren Verteidigung auch einen Sinn. Zumindest mehr, als einfach nur stumpf Punkte zu generieren.

 

Bewertung: 3/10

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun.
Danke für’s lesen. 🙂

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